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Stand 01.01.2019
von Vorschriften, insbesondere zum Brandschutz, schränken bislang den Einsatz vieler
ökologischer Dämmstoffe im Mehrgeschossbau ein.
Im Hochbau bestehen daher zu herkömmlichen Dämmstoffen wenige Alternativen, was
sich in der Verteilung der Marktanteile verschiedener Dämmmaterialien widerspiegelt. So
nehmen Mineralwolle (Glas- und Steinwolle) einen Marktanteil von fast 60 % ein.
Je nach Materialeigenschaften besitzen Dämmstoffe unterschiedliche Handelsformen.
Bei festen Dämmstoffen wird zwischen Platten (z.B. Polyurethan, Kalziumsilikat),
Baustoffen in gerollter Form (z.B. Mineralwolle) und Matten (z.B. Schallschutzko-
kosmatten) unterschieden. Sie können steif, halbsteif oder weich ausgeführt sein.
Lose Dämmstoffe werden als Schüttung (z.B. Blähton) bzw. als Einblasdämmstoff
in Hohlräume eingebracht (z.B. Zelluloseflocken). Ortschäume (z.B. Polyurethan-
Spritzschaum) werden erst auf der Baustelle eingespritzt. Aufgrund ihrer Beschaffenheit
schäumen sie auf und verfestigen sich anschließend. Häufig werden sie zur Montage
von Fenstern oder Türen verwendet. Dämmstoffplatten bzw. -matten müssen im
Anwendungsfall meist zugeschnitten werden und können selten passgenau wie lose
Dämmstoffe eingebaut werden. Andererseits sind Plattendämmstoffe unter anderem
hervorragend für die Trittschalldämmung geeignet.Bei der Auswahl des geeigneten
Dämmstoffes sind einige Dinge zu beachten, weshalb es sich auch hier lohnt, den Rat
des Fachmannes einzuholen. Insbesondere Fragen des Feuchtetransportes und der
Feuchtespeicherung sowie hinsichtlich einer ausreichenden Lüftung sind in die Überle-
gungen bei der Auswahl der Dämmstoffe einzubeziehen. Ebenso sind die Umgebungs-
bedingungen zu beachten. Viele Dämmstoffe sind nicht für den Einsatz in feuchten
Bereichen geeignet und bedürfen daher entsprechender Schutzmaßnahmen.
Bei der Materialauswahl sind folgende Kriterien zu berücksichtigen (Kapitel D 1.5):
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Verzicht auf kunststoffhaltige Materialien
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Verzicht auf Materialien, die mit einem hohen Energieaufwand hergestellt werden
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Verzicht auf nicht oder nur schwer recycelbare Materialien
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Verwendung regionaler Baustoffe
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Ausschließliche Verwendung von umweltverträglichen und zertifizierten Baustoffen